Dienstag, 15. April 2008

Ist das dann noch Pressefreiheit?

In letzter Zeit werden mir - als Unternehmen - immer öfter sogenannte redaktionelle Beiträge in verschiedenen Magazinen angeboten. Das bedeutet, das Magazin schreibt über mein Unternehmen, ich bezahle dafür und habe dadurch auch einen gewissen Einfluss auf den Inhalt.
Für mich als Unternehmerin fällt das eigentlich in den Bereich Werbung, für den Leser ist es aber nicht als solche erkennbar.
Die "Virginia Declaration of Rights" - ein Dokument, das immerhin das Verständnis für Demokratie in der ganzen westlichen Welt mitgeprägt hat - zählt die Pressefreiheit zu den unveräußerlichen Menschenrechten.
Ist das dann noch Pressefreiheit, wenn sich die PR- und Werbung(abhängige) Presse dem Druck des Kapitals unterwirft? Wer mehr Geld hat kriegt mehr Aufmerksamkeit.
Nimmt sich diese Form des Journalismus dabei nicht jede Form der Unabhängigkeit, eine Unabhängigkeit, die die Aufklärung mühsam erstritten hat. Da ist ja kritischer Journalismus schon von vornherein ausgeschlossen. Der "Auftraggeber" bezahlt ja für den Artikel, also kann er auch etwas erwarten - vorzugsweise etwas, was ihn in positivem Licht erscheinen läßt und was ihm "gefällt".
Na ja, vielleicht brauchen wir ja keinen kritischen Journalismus. Aber ist nicht Kritik manchmal - oder meistens - der einzige Motor der Veränderung?
Vielleicht brauchen wir auch keine Veränderung, aber Stillstand ist Tod.
Ansonsten verliert ja auch das Web 2.0 - materieller Ausdruck der Meinungs- und Redefreiheit - jede Grundlage. Ja wir brauchen Kritik und Auseinandersetzung, um uns immer genauer zu definieren und auszudrücken. Und wir brauchen kritischen Journalismus auch als ein Instrument der Kontrolle öffentlicher, politischer und gesellschaftlicher Ereignisse.
Natürlich habe ich diese Entwicklung noch nicht bei Tageszeitungen festgestellt. Dennoch finde ich diesen Ansatz bedenklich. Wo bleiben denn da die schillernden, idealistischen Originale aus der Anfangszeit der Presse?
Und was ist schon ein Leben ohne schillernde, idealistische Individuen?

Dienstag, 8. April 2008

Web 2.0 Möglichkeiten und Medien

also da ergeben sich ja doch jetzt möglichkeiten, die ich bisher nicht für möglich gehalten hätte. schon mal, das mich interessante leute auf xing gefunden haben und ich jetzt schon ein kleines netzwerk habe. da hab ich auch zum ersten mal einen kleinen einblick ins web 2.0 bekommen, glaub ich. vielleicht ergibt sich da jetzt endlich auch die erfüllung eines langgehegten traumes - interessante gespräche und diskussionen. im alltag - zumindest bei mir - gelingt das ja eher selten, weil solche überlegungen sagen wir philosophischer art meistens von alltagsangelegenheiten überlagert werden. der gedankenaustausch mit anderen über abstrakte inhalte geht mir aber total ab. in der schule hat's da zumindest noch die aufsätze und so gegeben. jetz momentan gibt's meinen blog - aber der ist im moment wohl eher noch für mich. da gibt's ja noch kein feedback. auch wenn ich mit kritik und feedback noch nicht so gut umgehen kann, ich würd's doch gerne lernen - und es ist einfach unabdingbar für mich. sich immer alleine anspornen zu müssen oder der eigenen devil's advocate zu sein, macht auf dauer keinen spass.

ich hab auch das gefühl, dass bei uns generelle, allgemein akzeptierte diskussionsregeln nicht grade weit verbreitet sind. alleine die strukturierung eines arguments, nicht das ich es besser könnte, aber im richtigen umfeld könnte man es halt üben. wär denk ich schon einen schöne herausforderung.

hab jetzt auch mal gelernt, was ein symposion war - eine gruppe von leuten im alten griechenland, einer gibt ein thema vor und die gruppe diskutiert - ich glaube beim essen - über dieses thema. einfach nur so, ohne wirklichen hintergrund - just for the sake of the argument. find ich total cool, is mal eine intelligente, anspruchsvolle beschäftigung - ganz anders als diese idiotischen talkshows.

by the way, wenn ich mir das deutsche fernsehen so anschaue - wenn ich nicht davon ausgehen müßte, das es so was nicht gibt, würde ich sagen, das ist eine verschwörung zur verdummung der bevölkerung. ich meine, die machen das publikum ja dummer, als es eigentlich sein kann. amy sherman-palladino, writer von gilmore girls, hat gesagt:"audiences are as intelligent as you allow them to be". das ist genau der punkt, wie kann man das publikum für so dumm verkaufen. alleine der ton mancher dokumentationen! ich meine der universum-sprecher ist etwas langweilig, aber sein ton vermittelt wenigstens nicht diesen unterton von "drama, drama, drama", wie das vor allem bei den kabel eins dokus fast ständig der fall ist.
vor allem bei den kochdokus; oh mein gott, "kochen ist so eine schwere arbeit, wie normale menschen das nur können. also können köche keine normalen menschen sein, und schon gar nicht die sogenannten starköche - die sind wahrscheinlich übermenschen. alle von denen tun nichts anderes als arbeiten, wahrscheinlich schlafen die auch nicht, denn nach der arbeit müssen sie ja noch party machen, wenn sie jung sind oder wein trinken, wenn sie älter sind". so ein schwachsinn, noch dazu ist bei denen ja schon jeder koch ein starkoch oder ein sternekoch - ein starkoch ist ducasse, bocuse, wagner-bacher, obauers, witzigmann und solche leute - kein 23jähriger, auch wenn er noch soviel geleistet hat. ich streite nicht ab, dass die viel arbeiten und sich sehr anstrengen mussten, um dorthin zu kommen wo sie jetzt sind. aber zu einem starkoch gehört auch eine gewisse reife und gesetztheit, die man sich nicht erarbeiten oder erwerben kann, sondern die daher kommt, dass man immer gleich gut man selbst ist - das man nämlich auch man selbst ist. die "jungen wilden" sind ja sowieso auf mtv-generation getrimmt, vielleicht nicht absichtlich, aber was ist mit all den ringen, tattoos, schwarzen jacken und irokesen oder ziegenbärtchen - all the same - bedeutet alle gleich uninteressant.

das problem von fernsehen und internet ist nämlich auch die notwendigkeit der konformität - ich muss gewisse kriterien erfüllen um interessant zu sein. und diese kriterien sind für alle gleich -also kommen alle gleich heraus. wenn alle die gleichen kriterien erfüllen - und wenn's noch so viele kriterien sind - sind am ende alle gleich. jeder betont seine individualität durch die gleichen dinge - tatoos (und ich liebe tatoos weil ich selber welche habe), silberschmuck, certain kinds of t-shirts, t-shirts over dress shirts, jeans, hairstyle, name... - ohne zu sehen, dass wenn alle das gleiche tun, es nichts mehr mit individualität zu tun hat. und trotzdem suchen die medien nicht mehr nach geschichten im sinne von, was ist einzigartig oder interessantz, - sondern was entspricht diesen kriterien, damit wir möglichst viele leute ansprechen. nix mehr - no risk no fun - keiner geht mehr risiken ein und wundert sich dann, warum die 20er oder die 70er jahre so viel mehr colorfull und lebendig ausschauen als unser jahrzehnt oder auch die 90er.

für mich steht fest, dass das nicht mehr lange so gehen kann - können möglicherweise schon, aber ich für meinen teil - am sick of it. und ich glaub nicht das ich da der einzige bin. ich bin sicher auch nicht der einzige, der weiss, dass man veränderung selber machen muss und nicht auf sie warten kann.
also: große freiheit bedeutet große verantwortung. get up and do it. lieber stehend sterben als kniend leben und lieber in der arena sterben, als nur zuschauen.

Samstag, 15. März 2008

ah lebenswert

ah, jetz is mir glaub ich ein licht aufgegangen. sucht auch nach dem text - nicht dem titel. wobei sich hier natürlich die frage stellt, warum ich lebenswert als titel gewählt habe - ja, man fragt sich. vor allem, wohl weil ich finde das, die fähigkeit zu denken und zu reflektieren das leben lebenswert macht. um gottes willen, wäre mir fad, wenn ich nicht so viele daten wie möglich bearbeiten würde.
eines meiner lieblingsbücher ist "the road less traveled" von m. scott peck und was mir da vor allem in erinnerung geblieben ist, ist folgendes:
er sagt, es ist ihm aufgefallen, dass die meisten patienten die therapie zu früh beenden, weil sie sich nicht vollständig entwickeln wollen "dann müsste ich ja die ganze zeit denken" - yeah, right and that's the beauty of it. das ist doch eigentlich die totale freiheit - wenn ich der herr meiner gedanken und gefühle bin und nicht von ihnen beherrscht werde. sure, this means constant learning - but everything else must be total boring, don't you think.
die sache, das eigene leben selber in der hand haben - nichs cooleres kann ich mir vorstellen, really.
maybe this is just me, who i am, i love difficult and complicated things. things that are easy are boring. mittelmäßigkeit ist keine option.
striving for excellence.

bloggen 1.1

ich finde heute keinen interessanten blog für mich. gibt's da nur einfache themen, suche ich zu kompliziert? was heißt authentischer inhalt? hab ich ja auch nichts davon wenn's einfach im netz herumschwirrt. wirklich interessant ist das ja nur, wenn man sich austauschen kann, verdammt. aber ich check's einfach nicht.
die hotelbewertungesseiten sind momentan noch uninteressant, ich mein gut zu wissen und so, aber ich trag mich sicher nicht selber ein. kärnten kommt ja kaum vor und kötschach-mauthen schon erst recht nicht.
frage 2: was sind meine stärken?
schnelles lernen - darüber vergesse ich auch die zeit, aber ich find kaum jemanden mit dem ich mich dann ernsthaft austauschenkann, was für die weiterentwicklung schon eher entscheidend wäre.
dreaming out - sobald ich die muse dazu habe
hinterfragen - alles und immer
taking nothing for granted - as far as humanly possible
research - i love doing research
research-ergebnisse umsetzen - konnte ich früher überhaupt nicht, aber klappt jetzt immer besser
krafttrainig - ich liebe meine hanteln, könnte ich stundenlang machen

thing is just - can you make a living from that

Mittwoch, 12. März 2008

immer wieder die gleiche frage

im rahmen meiner web 2.0 recherchen hab ich eine erschreckende erkenntnis gemacht. immer wieder muss ich mir die gleiche frage stellen: wer bin ich eigentlich? was - außer meiner arbeit - definiert mich eigentlich? tragischerweise kann man das auch auf die firma umlegen. wir haben anscheinend nach außen kein profi.
ich als person kann eigentlich keine hobbies angeben. alles woran ich denke ist arbeit, weiterentwicklung, persönlichkeitsentwicklung. ich scheine außer fernsehen nichts zu tun, was keinen immanenten sinn erfüllt. nichts was man einfach nur tut, einfach um es zu tun, ohne sich zu fragen, ob andere das jetzt gut finden oder ob das jetzt sinn macht. oder ohne das ein großartiges ergebnis herauskommen muss.
ich tu mir im moment schon schwer zu sagen, was ich gerne tue - außer schlafen, essen und fernsehen. glaube nicht, dass das ideal ist und ich würde mir auch was anderes wünschen. frage mich halt momentan, wie ich das anstellen soll.

Dienstag, 4. März 2008

Wintereinbruch in Kötschach-Mauthen

na wer hätte das gedacht - 4. März, gestern 15 ° und heute dicker Schneefall. gestern hab ich mich noch lustig gemacht, wenn wieder jemand davon angefangen hat. vielleicht wird das ja für unsere Gäste doch noch was mit dem Schifahren. wär auf jeden fall zu wünschen. eigentlich ist mir jetzt nur fad, warte auf einen termin und der ist schon fast eine stunde überfällig. das mag ich ja überhaupt nicht. gut das wetter wird da auch mitspielen, aber ich sitze hier und warte obwohl ich eigentlich frei habe.
mal schauen ob's foren oder so übers schiwetter gibt, wär doch sicher interessant.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Verzicht - Genuss der Vernunft

Warum finde ich Verzicht eigentlich so lohnenswert? weil er mir freiheit gibt. ich brauche nicht mehr allen dingen, möglichkeiten, ... nachzulaufen. ich kann mich auf mich konzentrieren. das bezieht sich natürlich nur auf materielle dinge, aber für den moment ist das auch alles was uns wirklich interessiert. ich will mein leben geniessen, genauso wie jeder andere auch. und ich erkenne dabei ein hohes mass an eigenverantwortung. ich bin selbst dafür verantwortlich, dass ich mein leben genießen kann. das bedeutet ständige weiterentwicklung, ständiges lernen und angleichen an neue situationen. es bedeutet sich nicht anzulügen und der wahrheit - auch wenn sie unangenehm ist - ins gesicht zu schauen. für mich bedeutet dass auch zu erkennen, dass nicht das anhäufen von gütern und erfahrungen glück und genuss ausmacht.
verwenden wir da genuss nicht überhaupt falsch? was bedeutet genuß eigentlich - momentan habe ich das gefühl genuss ist hauptsächlich - wenn nicht überhaupt nur - mit zu viel verbunden. genuss scheint zu bedeuten - die vernunft über bord werfen. aber ich kann mir kaum vorstellen, dass das wirklich genuss ist. ist nicht genuss vielmehr hingabe, annehmen des moments, carpe diem mit allen begrenzungen? buddha sagt "leben ist leiden", das bedeutet ja nicht wirklich, dass man ständig leidet, sondern es bedeutet, das das leben grenzen hat, die ich nicht ändern kann. Nur durch das annehmen, akzeptieren dieser grenzen können sie transzendiert werden, und dann ist man wirklich frei. Freiheit bedeutet sich nicht einengen zu lassen, aber es bedeutet in den seltensten fällen - zumindest was das leben betrifft - dass man die grenzen einfach einreisst. es bedeutet das zu ändern, was man ändern kann, das zu akzeptieren, was man nicht ändern kann und jeden tag um die weisheit zu beten, zwischen beiden unterscheiden zu können.

was aber bedeutet das jetzt für die firma? welches schlagwort kann man dem geben? Freiheit? Frieden? und vor allem, wie kann man den esoterischen Beigeschmack vermeiden?

der punkt ist doch auch, wie können wir diesen mehrwert für den gast erfahrbar machen?