Dienstag, 8. April 2008

Web 2.0 Möglichkeiten und Medien

also da ergeben sich ja doch jetzt möglichkeiten, die ich bisher nicht für möglich gehalten hätte. schon mal, das mich interessante leute auf xing gefunden haben und ich jetzt schon ein kleines netzwerk habe. da hab ich auch zum ersten mal einen kleinen einblick ins web 2.0 bekommen, glaub ich. vielleicht ergibt sich da jetzt endlich auch die erfüllung eines langgehegten traumes - interessante gespräche und diskussionen. im alltag - zumindest bei mir - gelingt das ja eher selten, weil solche überlegungen sagen wir philosophischer art meistens von alltagsangelegenheiten überlagert werden. der gedankenaustausch mit anderen über abstrakte inhalte geht mir aber total ab. in der schule hat's da zumindest noch die aufsätze und so gegeben. jetz momentan gibt's meinen blog - aber der ist im moment wohl eher noch für mich. da gibt's ja noch kein feedback. auch wenn ich mit kritik und feedback noch nicht so gut umgehen kann, ich würd's doch gerne lernen - und es ist einfach unabdingbar für mich. sich immer alleine anspornen zu müssen oder der eigenen devil's advocate zu sein, macht auf dauer keinen spass.

ich hab auch das gefühl, dass bei uns generelle, allgemein akzeptierte diskussionsregeln nicht grade weit verbreitet sind. alleine die strukturierung eines arguments, nicht das ich es besser könnte, aber im richtigen umfeld könnte man es halt üben. wär denk ich schon einen schöne herausforderung.

hab jetzt auch mal gelernt, was ein symposion war - eine gruppe von leuten im alten griechenland, einer gibt ein thema vor und die gruppe diskutiert - ich glaube beim essen - über dieses thema. einfach nur so, ohne wirklichen hintergrund - just for the sake of the argument. find ich total cool, is mal eine intelligente, anspruchsvolle beschäftigung - ganz anders als diese idiotischen talkshows.

by the way, wenn ich mir das deutsche fernsehen so anschaue - wenn ich nicht davon ausgehen müßte, das es so was nicht gibt, würde ich sagen, das ist eine verschwörung zur verdummung der bevölkerung. ich meine, die machen das publikum ja dummer, als es eigentlich sein kann. amy sherman-palladino, writer von gilmore girls, hat gesagt:"audiences are as intelligent as you allow them to be". das ist genau der punkt, wie kann man das publikum für so dumm verkaufen. alleine der ton mancher dokumentationen! ich meine der universum-sprecher ist etwas langweilig, aber sein ton vermittelt wenigstens nicht diesen unterton von "drama, drama, drama", wie das vor allem bei den kabel eins dokus fast ständig der fall ist.
vor allem bei den kochdokus; oh mein gott, "kochen ist so eine schwere arbeit, wie normale menschen das nur können. also können köche keine normalen menschen sein, und schon gar nicht die sogenannten starköche - die sind wahrscheinlich übermenschen. alle von denen tun nichts anderes als arbeiten, wahrscheinlich schlafen die auch nicht, denn nach der arbeit müssen sie ja noch party machen, wenn sie jung sind oder wein trinken, wenn sie älter sind". so ein schwachsinn, noch dazu ist bei denen ja schon jeder koch ein starkoch oder ein sternekoch - ein starkoch ist ducasse, bocuse, wagner-bacher, obauers, witzigmann und solche leute - kein 23jähriger, auch wenn er noch soviel geleistet hat. ich streite nicht ab, dass die viel arbeiten und sich sehr anstrengen mussten, um dorthin zu kommen wo sie jetzt sind. aber zu einem starkoch gehört auch eine gewisse reife und gesetztheit, die man sich nicht erarbeiten oder erwerben kann, sondern die daher kommt, dass man immer gleich gut man selbst ist - das man nämlich auch man selbst ist. die "jungen wilden" sind ja sowieso auf mtv-generation getrimmt, vielleicht nicht absichtlich, aber was ist mit all den ringen, tattoos, schwarzen jacken und irokesen oder ziegenbärtchen - all the same - bedeutet alle gleich uninteressant.

das problem von fernsehen und internet ist nämlich auch die notwendigkeit der konformität - ich muss gewisse kriterien erfüllen um interessant zu sein. und diese kriterien sind für alle gleich -also kommen alle gleich heraus. wenn alle die gleichen kriterien erfüllen - und wenn's noch so viele kriterien sind - sind am ende alle gleich. jeder betont seine individualität durch die gleichen dinge - tatoos (und ich liebe tatoos weil ich selber welche habe), silberschmuck, certain kinds of t-shirts, t-shirts over dress shirts, jeans, hairstyle, name... - ohne zu sehen, dass wenn alle das gleiche tun, es nichts mehr mit individualität zu tun hat. und trotzdem suchen die medien nicht mehr nach geschichten im sinne von, was ist einzigartig oder interessantz, - sondern was entspricht diesen kriterien, damit wir möglichst viele leute ansprechen. nix mehr - no risk no fun - keiner geht mehr risiken ein und wundert sich dann, warum die 20er oder die 70er jahre so viel mehr colorfull und lebendig ausschauen als unser jahrzehnt oder auch die 90er.

für mich steht fest, dass das nicht mehr lange so gehen kann - können möglicherweise schon, aber ich für meinen teil - am sick of it. und ich glaub nicht das ich da der einzige bin. ich bin sicher auch nicht der einzige, der weiss, dass man veränderung selber machen muss und nicht auf sie warten kann.
also: große freiheit bedeutet große verantwortung. get up and do it. lieber stehend sterben als kniend leben und lieber in der arena sterben, als nur zuschauen.

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