Mittwoch, 27. Februar 2008

Verzicht - Genuss der Vernunft

Warum finde ich Verzicht eigentlich so lohnenswert? weil er mir freiheit gibt. ich brauche nicht mehr allen dingen, möglichkeiten, ... nachzulaufen. ich kann mich auf mich konzentrieren. das bezieht sich natürlich nur auf materielle dinge, aber für den moment ist das auch alles was uns wirklich interessiert. ich will mein leben geniessen, genauso wie jeder andere auch. und ich erkenne dabei ein hohes mass an eigenverantwortung. ich bin selbst dafür verantwortlich, dass ich mein leben genießen kann. das bedeutet ständige weiterentwicklung, ständiges lernen und angleichen an neue situationen. es bedeutet sich nicht anzulügen und der wahrheit - auch wenn sie unangenehm ist - ins gesicht zu schauen. für mich bedeutet dass auch zu erkennen, dass nicht das anhäufen von gütern und erfahrungen glück und genuss ausmacht.
verwenden wir da genuss nicht überhaupt falsch? was bedeutet genuß eigentlich - momentan habe ich das gefühl genuss ist hauptsächlich - wenn nicht überhaupt nur - mit zu viel verbunden. genuss scheint zu bedeuten - die vernunft über bord werfen. aber ich kann mir kaum vorstellen, dass das wirklich genuss ist. ist nicht genuss vielmehr hingabe, annehmen des moments, carpe diem mit allen begrenzungen? buddha sagt "leben ist leiden", das bedeutet ja nicht wirklich, dass man ständig leidet, sondern es bedeutet, das das leben grenzen hat, die ich nicht ändern kann. Nur durch das annehmen, akzeptieren dieser grenzen können sie transzendiert werden, und dann ist man wirklich frei. Freiheit bedeutet sich nicht einengen zu lassen, aber es bedeutet in den seltensten fällen - zumindest was das leben betrifft - dass man die grenzen einfach einreisst. es bedeutet das zu ändern, was man ändern kann, das zu akzeptieren, was man nicht ändern kann und jeden tag um die weisheit zu beten, zwischen beiden unterscheiden zu können.

was aber bedeutet das jetzt für die firma? welches schlagwort kann man dem geben? Freiheit? Frieden? und vor allem, wie kann man den esoterischen Beigeschmack vermeiden?

der punkt ist doch auch, wie können wir diesen mehrwert für den gast erfahrbar machen?

Donnerstag, 10. Januar 2008

Durchatmen

Weihnachten vorbei - war schon nicht ganz ohne. Schön viel arbeit, auch wenn ich jetzt müde bin, das könnte ruhig immer so sein. Alles andere is eh fad
natürlich ist es jetzt einmal schön wieder durchzuatmen und wieder mal den Kopf frei zu bekommen. Man muss ja schon auch über die Geschehnisse ein bisschen reflektieren können.
Es ist schön zu sehen, dass wir alle - als firma und als team - jetzt fortschritte machen, und es ist vor allem für mich schön zu sehen, dass die massnahmen, die ich ergriffen habe - auch wenn sie manchmal sehr unangenehm (für mich oder für andere) waren, doch zu den gewünschten ergebnissen führen.
vor allem über das empowerment der unteren levels bin ich sehr froh. da liegt sehr viel potential drinn. wenn die oberen levels keinen druck von unten haben, werden sie träge und unbeweglich - meiner meinung nach. konkurrenz ist etwas sehr belebendes, wenn sie zivilisiert ausgetragen wird.
auch meine position hat sich stark verbessert. es ist mir gelungen, meine ansichten und vorstellungen in die firma einzuarbeiten, was unerlässlich für mich ist - anders kann ich nicht arbeiten. natürlich ist da erst der anfang gesetzt, aber das ist ja auch schon mal ein großes stück arbeit.
ich bin also im großen und ganzen sehr zufrieden, wenn ich jetzt noch einmal einen tag zu ausruhen kriege, ist überhaupt die welt wieder in ordnung

Donnerstag, 13. Dezember 2007

The L Word

for over a week i'm now watching "the l-word" season 1 like all the time. it's amazing how it touches me. really like nothing else i've ever seen before. it is so intelligent and artsy without ever being unreal. in fact i perceive it as extremely real. real not in the sense that it has anything to do with my life, but in that i wish my life had more of its quality. of course to think that it could is also quite scary. i feel like the more i go there the less connection will i have with the people around me. and i already do not really have the greatest of connections. the fact that now i have more relationships and more friends - in my opinion - results from the fact that i learned to behave in a less threatening way. i learned to tune it down without really freaking our. of course now after watching this i am kind of freaking out. i miss intelectual equals, i'm not saying that my friends aren't intelligent, but they are not so much interested in thinking and talking about it or they seem to think that they don't have the time. "you think too much" still seems to be a recurring theme in my life, although the people involved have changed. i just think that thinking per se is not what is dangerous, it is what you do with it.
during the time that i was sick i just simply took everything too personally and i did not want to understand that some things sometimes can't be changed. still i value every inside that i had during this time of my life. in fact now i'm very happy about it because it taught me things that some people will never learn. i am a richer personality i have seen so many things and been offered so many opportunities to live my life that now it is far easier for me to understand who i am and what it is that i want. even in times like these when everything seems to be changing i know exactly what to do and how to deal with it. and i am very proud of the security that i gained through these years because i know that i stuck with it and that i walked myself through it - and that i can do it again.
i don't think people around me understand what it means to recover from that kind of illness, especially when it has be going for such a long time. i mean really why should they - i did'nt know until now. it's even hard to describe - i mean the joy alone when you realize that you can do things again that you have not been able to do for years. and then sometimes it's scary because the illness was also a kind of protection that is gone now. once again you have to look at every aspect of your life and have to question everything, which really is a scary thing to do.

Mittwoch, 28. November 2007

Richard Dawkins: the god delusion

aus heutiger sicht, kann ich wohl meinem letzten post zu diesem thema nicht mehr so ganz zustimmen. braucht man gott, um ein guter mensch zu sein? wenn ich dieses buch so lese, merke ich schon auch, dass mein glaube mit der lehrmeinung der kirche ja gar nichts mehr zu tun hat. er fragt dann halt, warum man dann überhaupt noch glaubt. der logische schritt für den autor ist atheismus - durch logische beweisführung den glauben an gott aufzugeben. ich bin mir nicht sicher, ob ich das überhaupt könnte - ist schon ein ziemlich mutiger schritt. aber er hat natürlich insofern recht, als es ein spannender schritt ist und auch ein bewußtseinserweiternder. ich war ja immer der meinung, dass die für die menschheit meiner meinung nach notwendige bewußtseinserweiterung aus dem glauben erwachsen wird. aber vielleicht ist das ja gar nicht so. vielleicht kommt sie ja tatsächlich aus dem verzicht auf religion und glauben.

das leben wird ja sicher auch ohne glauben nicht leer, das merke ich schon an mir . ich meine, hin und wieder gehe ich gerne in die kirche und ich halte rituale, inne halten, stille, reflexion, nichts tun für sehr wichtig. aber dawkins hat natürlich schon recht, wenn er sagt, dass ein gebildeter, vernunftbegabter mensch das auch ohne hilfsmittel - sprich ohne zuhilfenahme von geboten und strafen - hinkriegen sollte, indem er eine vernunftentscheidung trifft. das gebot, verbot, strafe system scheint eh nicht so wirklich gut zu funktionieren. die "strafe" für zb rauchen kann ja krankheit sein und das weiss auch jeder, trotzdem hören die meisten doch nicht deshalb auf. ok, nicht das beste beispiel, aber ich glaube, das funktioniert auf diese art und weise.

hab das buch heute fertig gelesen, aber das wird mich doch sicher noch eine weile beschäftigen.

Samstag, 17. November 2007

Richard Dawkins: The god delusion

so far, hab ich das so verstanden: er argumentiert doch eigentlich, dass man sich nicht einfach aussuchen kann, was man unter dem Wort "gott" versteht. das es eigentlich nicht der Gott der monotheistischen Religionen ist, wenn ich es als eine undefinierte Energie bezeichne.

bin mir nicht ganz sicher, ob ich dem so zustimme. ich verstehe das konzept der religionen, als eine grenze, die ich mir selbst setze. für mich ist es einfacher, mir vorzustellen, dass es etwas gößeres als mich selbst gibt. das kann helfen, demut zu lernen, und demut ist eine unabdingbare eigenschaft für weiterentwicklung.

außerdem glaube ich, dass es manchmal, wenn man vor einem problem steht, das man nicht alleine lösen kann, notwendig ist, es sozusagen abzugeben - einfach in dem vertrauen, dass es sich schon lösen wird. auch da ist es hilfreich sich etwas oder ein wesen vorzustellen, das größer ist als ich, einfach weil ich mir bei einem solchen wesen ja auch besser vorstellen kann, das es dinge kann, die ich nicht kann. also zum Beispiel das problem lösen zu dem mir nichts mehr einfällt.

natürlich ist das dann ein hilfsmittel, aber ist das nicht egal. wenn's funktioniert ist doch egal wieso. make it work, egal wie.

nothing worth gaining has ever been gained without effort

when things go wrong as they sometimes will
when the road you're trudging seems all uphill,
when the funds are low, and the debts are high,
and you want to smile, but you have to sigh,
when care is pressing, you down a bit,
rest, if you must, but don't you quit.

life is queer with its twists and turns,
as everyone of us sometimes learns.
and many a failure turns about,
when he might have won had he stuck it our;

don't give up though the pace seems slow -
you may succeed with another blow.

Success is failure turned inside our -
the silver tint of the clouds of doubt.
and you never can tell how close you are,
it may be near when it seems so far.
so stick to the fight when you're hardest hit -
it's when things seem worst that you must not quit

wenn du bemerkst, dass du ein totes pferd reitest ...

wenn du bemerkst, dass du ein totes pferd reitest: steig ab. geht mir oft durch den kopf, dieser spruch. wie bereits bemerkt: kann mir nicht vorstellen, dass das so weiter gehen kann. ich hab natürlich auch nicht wirklich eine vorstellung von allen möglichen konsequenzen. aber was ich weiss, ist, dass es - wahrscheinlich mit außnahme des menschlichen geistes - für alles grenzen gibt. vor allem auf materieller ebene. ich kann nicht 100 km/h schnell laufen. es gibt auch für das, was die erde aushalten kann grenzen. es gibt auch für das, was menschen aushalten können - vor allem wenn sie total unbewußt agieren - grenzen.

wenn ich im moment auf seminaren bin, wird immer davon geredet, wie es denn weitergeht, was man den tun muss, damit man noch mehr verdient, dabei noch weniger arbeitet und so. das empfinde ich zumindest so. keiner stellt sich einmal die frage, ob das überhaupt möglich ist.

deuten nicht alle anzeichen in eine völlig andere richtung? wie sollte denn das ausschauen? ich meine - klar, alle ursachen und wie sie zusammenhängen sind von einem einzelnen menschen wohl kaum erkenn- und auswertbar. aber im gesamten gesehen ...

wie soll das denn laufen, so wie wir jetzt leben und gelebt haben, haben wir unserem lebensraum enormen schaden zugefügt. und dabei war das nur ein bruchteil der gesamtbevölkerung. wie wahrscheinlich ist es dann, dass der rest der bevölkerung für immer in dieser unterdrückung und geteilten gesellschaft weiterlebt. ist es nicht eher wahrscheinlich, dass die auch das haben wollen, was wir haben. wie wahrscheinlich ist es, vereinfacht gesagt, dass die, die eh schon nichts haben, auf das, was sie meinen haben zu können, verzichten, damit die, die eh schon so viel haben, es behalten können?

das alleine - solche spannungen lösen sich doch normalerweise in einem konflikt.

can one man make a difference? alleine für diesen satz liebe ich den film "daredevil". ich glaube, der fragt sich das auch jeden tag, und macht trotzdem weiter. er tut trotz seiner zweifel das, was er für richtig hält. schon sehr amerikanisch und auch seht pathetisch, trotzdem haben mich solche filme geprägt.

ich weiss, nicht ob ein einzelner mensch die welt verändern kann, aber ein bißchen was verändert es auf jeden fall. meine mutter erzählt da immer eine geschichte:

ein man geht am strand spazieren und stellt fest, dass an diesem strand tausende von seesternen angeschwemmt wurden. plötzlich bemerkt er einen anderen mann, der immer wieder seesterne aufhebt und sie ins meer zurück wirft. er geht auf ihn zu und fragt ihn, warum er sich denn damit abgibt, macht doch eh keinen unterschied. der andere antwortet ihm: "ich kann nicht alle retten, aber für die, die ich wieder hinein werfe, macht es sehr wohl einen unterschied."

irgendwie frag ich mich dann schon, ob ich jemals recht behalten werde mit diesen gedanken. ich hab noch nicht viele menschen gefunden, die mir da zustimmen.
da fällt mir dann auch nur ein anderer satz ein, den ich in einem buch von m. albright gelesen hab. in dem buch gehts um gott und religion in der politik und darin schreibt sie:

"doubt is an element of faith"

glaube ich auch ja, und der satz hält mich dann immer wieder überwasser. außerdem hat angeblich winston churchil gesagt: "never, never, never give up."